Warum noch ein Blog? Warum von mir?

Keine Ahnung fühlt sich aber gut an. Dann mach ich das mal.

Geschichten, Gedanken Poesie – oder zumindest etwas in die Richtung, das ich halbwegs zusammengestammelt bekomme. Aber Kunst liegt ja schließlich im Auge des Betrachters.

Ich schreibe das meiste in Hotelzimmern in denen ich doch recht viel Zeit meines (Berufs-)lebens verbringe. Ich hetze ganz im Zeitgeist hin- und her, zwischen Flughäfen, Autobahn, Zügen und Meetingräumen in allen Großstädten Europas und vielen der USA. Da wo ich mir normalerweise meine Brötchen im Anzug verdiene bin ich doch vor allem auch ein Chamäleon – denn diese Welt der Optimierung, Mehrwertgenerierung, EBITDA und Shareholder Value nicht unbedingt mehr meine ist. Zu kalt. Zu oberflächlich und zu seelen- und herzlos. Aber eine in der ich gut funktioniere und oft zu Gast bin. Ich dachte einmal, dass ich genau in diese Welt gehöre. Fand es sogar geil, als Alphamännchen. Aber es gab einige Ereignisse, die mir zeigen, dass dies nicht so ist.

Und daher weiss ich – Ich bleibe hungrig. Will nicht erfrieren in Logik und kalter Rationalität. Möchte und muss meiner Seele auch Raum zum Atmen geben.

Ich teile gern das eine oder andere mit. Und sauge auf was mich berührt, anrührt. Möchte in Kontakt sein mit Menschen, die mehr sehen als nur materiellen Mehrwert im Leben.

Und vor allem: mit Menschen, die den Wert einer Person eben nicht davon abhängig machen,

  • woher Sie kommt
  • welche Ausbildung Sie hat
  • wieviel Sie hat oder verdient

denn das habe ich jetzt oft erlebt. Und ich könnte inzwischen jedes mal kotzen. Oder auch nach, mal frei nach Freundeskreis, die ich sehr schätze: „Jeder Mensch ist mehr Wert als sein Mehrwert – Habt Ihr nur noch vor Profit Achtung?“

Wobei ich mal versucht war, das ähnlich zu sehen. Aber das ist eine ganze Weile her.

Vom Schmerz kalt zu sein. Und von der Angst zu vergessen.

Ich bin abgekühlt. Es ist dumpfer geworden um mich herum. Wie in Watte gepackt. Oder eher Stahlwolle.

Scheisse. Das hatte ich befürchtet. jetzt sitze ich in einem Hotel in Neumünster. Blicke aus dem Hotelfenster auf die Stadt, höre Musik von Freundeskreis.

Es tut – glaube ich – weh. Weh zu bemerken, wie egal es mir doch werden kann, was war. Noch vor ein paar Wochen, Tagen warst Du so wichtig für mich. Meine Gedanken kreisten um Dich, Du warst omnipräsent. Wollte es nicht loslassen. Weil es mir zu wichtig war, es zu erhalten. Ich wollte es nicht vergessen. Denn es war so besonders. So groß. Für mich hatte es das Recht zu bleiben. Und ich wollte nicht, dass so tragisch endete, was nicht sein sollte, weil es nicht sein durfte.

Das Übergehen in Vergangenes. Für mich ist es wie ein Entgleiten ins Nichts. Ein Vergessen. Für manche mag es heilsam sein. Für mich nicht. Nicht mehr. Wollte nicht wieder den Preis dafür bezahlen.

Jetzt – Ruhe ist eingekehrt. Kein Sturm kommt auf, wenn ich ich an Dich denke. Und ich hasse es.

Die ersten Eiskristalle überziehen das, von dem ich glaubte, dass es mein Herz ist. Und irgendwie ist es mir egal. Vielleicht sogar sehr recht. Denn auch der Schmerz verschwindet. das Gefühl von Ohnmacht, nichts tun zu können.

Die letzten Funken Traurigkeit weichen einem Gefühl der Wehmut. Wie kann etwas, das so gut war, so warm, so heiß plötzlich so unwichtig sein. Ich habe Angst vor mir selbst. Davor, dass ich so kalt sein kann. Wieder.

Soll ich es verhindern, dass es dazu kommt?

Kann ich es verhindern?

Der letzte Schmerz den ich wahrnehme ist, dass es Dir vermutlich genauso geht und ging. Das es wirklich ein Weitermachen gibt. Und man nicht mehr vermisst, was war. Nicht mehr mit dem Herzen. Aus Gefühlen werden rationale Erinnerungen. Wenn man bereit ist, den Preis zu bezahlen. Abzukühlen.

Mich fröstelt. Es ist kalt. Aber es tut nicht mehr weh. Ich könnte es nun beenden.

Aber ich will das nicht. Ich weiss was unter dem Eis liegt. Doch wie halte ich mich warm? Warm genug, dass ich nicht vergesse, was war? Warm genug, dass ich weiterhin fühle was es wert ist zu Fühlen?

Und wie groß ist die Hoffnung denn wirklich, dass es bei Dir jemals wieder taut? Wo Du doch auch so gebrannt hast? Aber aus Schmerz und dem Zwang weiterzumachen alles dafür getan hast, dass es abkühlt. Einfriert. Abstirbt? Das wo Du willst das es verschwindet und endet, zumindest ein Teil von Dir, ist es bei mir genau der andere Teil, der möchte das es weitergeht. Erhalten bleibt.

Ein bisschen wie die unendliche Geschichte. Wenn die Menschen vergessen, keine Fantasie mehr haben. Dann veschwindet die Welt.

Letzte Nacht und gestern. Da war es so präsent. Dieses „Nicht – Gefühl“. Erfüllt von Ironie und oberflächlichem Frohsinn hatte ich einen guten Tag. Meine Rationalität feierte ein grandioses Comeback. Ich habe im Schach gewonnen. Mehrfach. Das ist mir die letzten Monaten nicht gelungen.
Dann lag ich abends im Bett. Kein Vermissen. Alles war Okay. Also gefühlt.

Aber ich konnte nicht einschlafen. Lag einfach nur wach. Wusste nicht wieso. Habs nicht gespürt. Hab allgemein weniger gespürt. Das ist der Deal.

Was geschieht, wenn Gefühle verschwinden? verschwinden Sie überhaupt? Sterben Sie? oder sind sie doch nur festgefroren in irgendeiner Ecke der erkalteten Seele. Dort wo sie nicht mehr stören.

Und für die von uns, die sie genau dort lassen wollen: Was ist der Preis dafür, Sie dort zu lassen? Eine gefühlsmäßige Hypothermie quasi?

Und für die von uns, die sie wiederfinden wollen: Was ist der Deal? Und wie finde ich wieder, was ich selbst – obwohl ich es doch IRGENDWIE und EIGENTLICH gar nicht wollte, Entdecke, was ich selbst versteckt und vergraben habe?

Es ist glaube ich nicht richtig. Aber der Lauf der Dinge. So ist es wohl normal. Dass es weitergehen kann und man nicht festhängt an einzelnen Momenten. Weitermachen.

Meine Armbanduhr spricht gerade – irgendwie auf den Knopf gekommen. Eine blecherne Stimme sagt „Ich konnte die Antwort auf Ihre Frage nicht finden“. Bravo Samsung. genau DAS ist die Quintessenz des Ganzen. Ein Computer, der mir sagt, er findet im ganzen Internet die Anwort nicht.

Aber ich möchte Romantiker bleiben. Ich möchte diesen Schmerz spüren. Denn ohne diesen Schmerz spüre ich auch die anderen Sachen nicht mehr. Und ohne diesen Schmerz erinnere ich mich nicht mehr daran, warum es sich lohnt, für manche Sachen zu kämpfen.

Und sei es nur wie Don Quijote gegen Windmühlen. Aber ich will verdammt sein, wenn ich sie nicht zu Fall bringe.

Du hast mir einmal geschrieben, als Du damals von mir weg wolltest, nach unserem Wochenende, warum ich Dich persönlich sehen möchte. Ob ich sehen will, wie sehr Du schon abgekühlt bist, wie weit Du dich entfernt hast. Ja. Genau deswegen wollte ich Dich sehen. Aber inzwischen weiss ich, es ging nicht darum, wie weit Du Dich von mir entfernt hast.

Sondern wie weit Du Dich von Dir entfernt hast, um dem zwischen uns zu entkommen.

Denn ich liebe Dich. Tief in mir spüre ich das. Noch immer. Weil ich es zulasse. Dafür kämpfe, es nicht zu begraben. Wenn ich mir die Zeit gebe, wie eben, einen Moment innezuhalten und nachzudenken.

Warum ich das weiss? Weil mir eben ein paar Tränen über die Wange fließen. Und ich SPÜRE wie ein Teil des gefrorenen Sees in mir geschmolzen ist. Um diese freizugeben.

Meine Seele Dir mir sagt: Ich bin noch hier.

Und mein Herz. Das einen weiteren Schlag tut. Denn es ist noch hier. Und es schlägt für Dich. Für uns. Hört nicht auf.

Und für einen Moment steigen sie auf, die Gefühle. Wie Phoenix aus der kalten Asche. Um erneut zu brennen. Nein, ich vergesse es nicht. Und die Hoffnung bleibt bestehen, dass Dein Frühling kommt. Und dein See taut.

Denn hier stehe ich. Im Feuer. Und nicht nur Schmerz kehrt zurück. Gleichzeitig die Leidenschaft, die Kraft. Es weicht die Furcht. Denn hier stehe ich. Ich fühle. Ich bin.

Und ich Kämpfe. Denn ich Liebe. Und ich habe verdammt große Angst davor. Aber ich stehe. Und ich weiche nicht. Vor keiner Windmühle.

Klingt das verrückt? Für mich manchmal ein bisschen. Denn ich bin ein Kind der Rationalität. Doch ich kenne den Preis dafür. Und ich kenne den WERT, den es hat, seinen Gefühlen zu folgen.

Es ist Zeit für Tauwetter, wo Winter war. Es ist Zeit für Klaviermusik, die meinen Eispanzer zerbricht. Klavier und Geige. Spielt auf. Befreit Herz und Seele. Zeigt, dass Rationalität und Gefühle miteinander gehen können.

Nicht ich Denke, also bin ich. Sondern

Ich Liebe. Also bin ich.

Ich – der Stalker aus dem Küchenstudio… Oder auch Augen auf beim Möbelkauf

Um es kurz zu machen: Der Stalker bin ich. Ja. genau. Ich habe es fertig gebracht, das mieseste Timing des Tages hinzulegen. Vielleicht auch das miestete Timing des Jahres (bisher).
Wie ich das geschafft habe? Durch den Einsatz meiner persönlichen Fähigkeiten. Und vermutlich habe ich auch alle Karmapunkte der letzten beiden Leben aufgebraucht.

Aber kurz zum Anfang zurück… Ich habe eine Wohnung gemietet. Warum? Nun, um dort einzuziehen. Alleine. Exfreundin verlassen. Von anderer Exfreundin verlassen worden.

Da hielt ich es erstmal für eine verdammt gute Idee vorzusorgen und ein neues Heim für mich zu beschaffen. Stets bei Freunden auf dem Sofa funktionert nicht und im Winter wirds zu kalt fürs Zelt.

Wie gut das mit dem Mietvertrag funktioniert hat, habe ich ja schon beim letzten mal geschrieben.

Nun… Ich habe also eine Wohnung. Nicht irgendeine Wohnung – aber darüber schreibe ich bestimmt noch einmal separat.

Jetzt ist es aber so, dass so eine Wohnung für sich alleine zwar schön, aber auch irgendwie leer ist. Und am 01.08. werde ich dort einziehen…

Also bin ich heute durch Möbelhäuser gestreift. Halben Tag Urlaub genommen. Ersten Eindruck verschaffen und so. Graus Graus Graus.

Hab mir schon ausgemalt, wie ich mit einem Verkäufer mit Dollarzeichen in den Augen durch den Laden laufe und von Teppich über Klobürste bis hin zu Töpfen alles kaufe, was eine Wohnung so braucht.

Habe ich schon erwähnt, dass sich mein Möbelvorrat auf einen Kleiderschrank beschränkt? Und einen Fernseher? Und eine Kaffeemaschine? Ist eine Kaffeemaschine überhaupt ein Möbel?

Auf jeden Fall habe ich feststellen müssen was ich schon befürchtet habe.
Möbel haben Lieferzeit. Und zwar lange. So ca. 4 Wochen für angebliche „Lagerware“ (Da finde ich den Namen dann aber auch schlecht gewählt) und so ca. 10 Wochen für Betten.

Ach ja. Und so ca. 12 Wochen für eine Küche.

Habe ich schon erwähnt, dass ich bisher nur einen Schrank habe?

Im Grunde ja egal. Zwei Paletten, eine Matraze, fertig ist das Bett.

Aber eine Küche… das wäre ja schon irgendwie wichtig. Die ganze Zeit im Bad Geschirr zu spülen ist nämlich eher nervig. Das kenne ich von früher.

Also ab nach Ulm. IKEA. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Küche & Matratze. Einfach mal alles her, was man so braucht als Erstausstattung. Quasi das erste Hilfe Kit für Möbelsuchende.

Ehrlich gesagt wollte ich nicht dorthin. Denn in der Nähe arbeitet Sie. Die eine welche. Mit der ich eigentlich Möbel einkaufen gehen wollte. Mit der ich eigentlich in eine Wohnung ziehen wollte. Und mit Ihre Tochter. Aber das ist eine andere Geschichte. Zumindest ein bisschen.

IKEA. Unter der Woche gar nicht so schlimm muss ich sagen. Gar nicht so viel los. Es gibt Küchen (LIeferzeit 6 Wochen :(. Es gibt Betten.

Leider gilt für Küchen und Betten fast gleichermaßen: Häßlich wie die Nacht finster. Und ich rede jetzt nicht von Vollmondnächten…

Küchenstudio… in der Nähe von IKEA. Und leider EXAKT neben dem Arbeitsplatz von der einen welchen. Soll ich da rein? Tippe in mein Handy „GEHE NICHT ZU IHR“. Ein schöner Merkzettel.

Wird schon schief gehen. Du bist erwachsen. Du hast die Frau seit 3 Wochen nicht gesehen. Ruhig Blut. Also los. Ich schiele auf den Parkplatz. Fuck. Ihr Auto steht dort. also arbeitet Sie… also vorbeischleichen, ins Küchenstudio.

Schöne Küchen, Ausstellungsstücke sofort verfügbar… nicht schlecht. Da lässt sich was machen denke ich. Ein paarGespräche, feststellen welche Maße man braucht. Klären von möglichem Aufbau und Lieferung…

Ich gehe aus dem Laden. Siegesbewusst. Es bestand schließlich die reelle Chance, eine Küche zu kriegen. Und zwar vor Weihnachten.
Und – na klar. Irgendwo lacht das Universum. Da sitzt Sie. Auf der Bank. beim Aschenbecher. Praktisch direkt vor dem Ausgang. Und schüttelt den Kopf als ich aus dem Laden trete. Prima. Ganz toll.

Was nun? Ich habe mir so fest vorgenommen, Ihr erstmal aus dem Weg zu gehen. Nicht das ich doch noch als Stalker verhaftet werde. Oder Ihr Angst mache. Ich meine alleine Angst machen ist widersinnig. Weder laufe ich Ihr wahnsinnig nach, noch trachte ich danach Ihr zu schaden oder Sie verfolgen zu wollen. Ich meine, nichts liegt mir ferner, verdammt. Aber Sie damit schon mal schechte Erfahrungen gemacht. Und ich habe mich mit gefühlt 50 Whatsapps in den ersten zwei Tagen nach dem überraschenden Aus auch nicht mit Ruhm bekleckert. Das weiss ich. War aber einfach auch ne krasse Ecke. Vom Gute Morgen Kuss und „Ich liebe Dich auch“ zu „Ich kann das nicht mehr und aus in zwei Stunden. ist auch irgendwo rekordverdächtig. Vor allem wenn man dann auf der Straße steht.

Aber hey. DAS war jetzt noch mein kleinstes Problem. Also gehe ich zu Ihr. Unvorbereitet. Weil einfach zu gehen ist ja nicht. Wie käme das denn?


Das Gespräch lief super. Ich rede natürlich nochmal von Aussprache und dass ich Ihr noch was sagen will zum Ende hin. Stimmt zwar. Aber den Preis für den besten Augenblick gewinne ich damit eher nicht. Und auch nicht unbedingt eine Rhetorik – Medaille.

Verdammt. Soviel zum Thema Plan. Der sah eigentlich vor, Ihr zu schreiben. Ihr dann mein Geschreibe zukommen zu lassen. Mit jenem Schlüssel (Das ist eine andere Geschichte). Und dann zu warten. Und zu hoffen das sie sich meldet. Und Sie wissen zu lassen, dass ich da bin, egal wann sie möchte, wenn Sie es denn möchte. Und es eben auch zu akzeptieren und damit umzugehen, wenn Sie es nie tut.

Klasse. Hat sich dann ja irgendwie erledigt. Auf das Gespräch gehe ich jetzt mal nicht weiter ein.

Aber das Timing wirklich saublöd sein kann und ich mir die Geschichte mit der Küche an Ihrer Stelle schwer geglaubt hätte… geschenkt.

Langsam aber sicher frage ich mich wirklich warum zum Teufel das so kompliziert sein muss.

Leben eben. Fuck.

Von der Angst und Einsamkeit – und warum das Herz führt

Jetzt weiss ich es. Jetzt SPÜRE ich es.
Als Du mich verlassen hast. An jenem Morgen. Ich hab gesehen, wie Du nur gezittert hast, neben mir auf dem Sofa. Kein Wort kam über Deine Lippen. „Ich kann nicht sprechen“. Und dann „Ich kann das nicht mehr“.

Ich wusste es nicht. Ich verstand es nicht, was in Dir vorging. Nicht genau.

Die Trennung, die bevorstand. Dieses endgültige Verlassen Deines Mannes. Das schlechte Gefühl, das Du haben musstest, weil Du meintest aus Egoismus und aus Leichtsinn Deiner Tochter die Familie zu nehmen.

Die Furcht davor, mich zu verlieren, den Mann den Du doch kaum kanntest. Würdest Du doch alles „auf eine Karte setzen“, wie Du am Abend vorher noch gesagt hast. Du, der Mensch der doch Sicherheit brauchte. Die Frau, die Sicherheit und das Wohl Ihrer Tochter über alles stellt. Was ich bewundere.

Wie sehr bist Du zu diesem Zeitpunkt schon aus Atlantis aufgetaucht gewesen. Aus der schützenden Kälte. Dort unten. Wo Dich niemand sah. Du Dich verstecken konntest. Gefühle im Zaum haltend. Wie sehr hattest Du Dich die letzten Wochen herausgetraut.

Du schriebst mir einmal – das weiss ich noch genau: Atlantis ist ein Ort für Menschen wie Dich, die ansonsten zu Grunde gehen würden. Das Gefühle unerträglich sind. Das Du unterträglich bist. Und lieber ein Funktionieren ohne Gefühle als Gefühle zu haben, die einem die Sicht nehmen, die Hoffnung, das Leben. Und dazu führen, dass Du nicht mehr funktionierst.

Dann lieber funktionieren. In der Kälte bleiben. Im Käfig.

Ich habe das Anfangs nicht ganz verstanden. Warum denn ohne Gefühle leben? Das ist doch furchtbar! Habe ich doch lange daran gearbeitet, meine Gefühle endlich wieder frei zu bekommen. Dabei sollte ich wissen, wovon Du sprichst. Habe ich Doch auch meine Zeit hinter Gittern verbracht.

Und ich dachte, ich hätte meine Lehre daraus gezogen: Nie wieder ohne Gefühl. Das Herz führt! Aber ich habe es auch vergessen. Ich habe vergessen, wie mächtig Angst sein kann. Und ich rede nicht von der Angst, die ich in den Jahren meiner Gefühlslosigkeit so gut kennen gelernt habe. Von der ich dachte es wären die schlimmsten Angstzustände, die möglich sind. Todesängste, Panikattacken, Monster unter dem Bett. All die Ängste, dem ich mich ausgesetzt habe, weil ich nicht auf mein Herz hören wollte.
Der Preis den man bezahlt, wenn man Gefühle ignoriert.

Weil ich auch in Atlantis lebte. Mir dessen nur nicht bewusst war.

Nein. Ich rede von Angst. Einer so intensiven, unheimlichen Angst, dass sie einem alles nimmt. Einem die Luft abschnürt. Die Art Angst, die einen erst dazu bringt, seine Gefühle begraben zu wollen.

Heute war es so weit. Die letzten Wochen habe ich viel an Dich gedacht. habe gespürt, dass wir beide zusammengehören aber nicht zusammen sein können. Diese Verbundenheit zwischen uns – von Anfang an da – spüre ich noch immer. Und in diesem Augenblick noch stärker als oft davor. Ich möchte nicht das es aufhört. Denn trotz all dem Schmerz weiss ich: Es ist echt. Es ist einmalig. Und ich war nie der große Romantiker. Oder? Und ich glaube, dass es Dir genauso geht. Aber all dies ändert nichts an der Angst.

Und viele Leute können sagen, da wo die Angst ist, gehts lang. Wenn es nicht mehr möglich ist, einen Fuß vor den anderen zu setzen, weil einem die Beine nicht mehr gehorchen, wie sollte man denn dann dem Weg folgen? Wenn einen alles wieder zurück treibt?

Und der Wind der einem ins Gesicht bläst. Wind, der einem die Ohren abbeißt.

Ich habe gedacht, dass Gefühle wie Liebe die Angst besiegen können. Das die Liebe nur stark genug sein müsste, dann würde die Angst spielend überwunden werden. Und die Scham. Die Scham seiner Familie zu schaden.
Und würde einem genug Kraft geben, all den Leuten entgegen zu treten, die es gut mit einem meinen und sagen wie dumm das ist, was gerade geschieht und man sich das gut überlegen sollte. Und Gefühle, die einem zeigen, dass man auch ein wertvoller Mensch ist. Das Du ein wertvoller Mensch bist. Und auch glücklich sein darfst. Das Du nicht schlecht bist, nur weil Dir so viel schlechtes widerfahren ist.

Doch vor allem dachte ich, genug Liebe hilft einem dabei, sich selbst entgegen zu treten. Aus Selbstliebe heraus.

Und ich dachte, wenn die Liebe nur stark genug ist, dann wird das Vertrauen automatisch folgen. Das Vertrauen zwischen uns. Sich mit geschlossenen Augen in die Arme des anderen fallen lassen zu können. Und darauf zu VERTRAUEN, aufgefangen zu werden.

Heute hatte ich einen kleinen Blick in Deine Welt. in Deine Angst der letzten Tage unserer Beziehung. Ich habe mitgeschrieben, wie es mir ging. In den Momenten in denen es mir möglich war. In den Momenten, in denen sich der Griff ein wenig löste. Damit ich das Gefühl und diesen Eindruck nicht vergesse. Denn eines habe ich bemerkt. Das ganze war so mächtig, so intensiv. Ich hätte alles aufgegeben, damit das aufhört.

Ich glaube, das diese Angst schon seit Tagen oder Wochen hinter Ecken gelauert hat. Die ich ignoriert habe. Die schon da war, als wir noch zusammen waren. Als der Druck größer wurde. Unsere Blase, in der wir uns näher kamen, langsam platzte. Der Traum von der Realität eingeholt wurde. Vielleicht auch der Grund dafür, dass ich die letzten Tage nicht bemerkte wie es Dir ging. Weil ich ein klein bisschen in Atlantis war, ein wenig abgekühlt, um den Konflikt und Zwiespalt auch in mir zu unterdrücken. Denn den hatte ich auch. Wenngleich ich das nicht so stark wahrgenommen habe wie Du für Dich.

Doch jetzt, Wochen nach unserer Trennung brach sie durch.

Die Angst kam.

„Ich verstehe es jetzt. Diese Angst wenn es endet. Diese Panik, die in einem hochsteigt. Entsetzlich.

„Dieses Gefühl, alles falsch zu machen. Den größten Fehler seines Lebens zu begehen. Und nicht nur selbst zu leiden, sondern auch andere mit hinunter zu ziehen.“

„Verdammt“ Denke ich mir „Warum habe ich das bei Dir nicht gespürt. Warum konnte ich nicht stark sein für Dich? Warum glaubte ich, es wäre Zurückweisung, was an jenem Montag geschah?“

„Wie mächtig Angst sein kann. Wie unheimlich mächtig Angst sein kann. Ich verstehe es jetzt. Ich spüre es jetzt.“

„Die Angst ist so stark, dass ich keinen Fuß vor den anderen setzen kann. So überwältigend. Die Angst davor, den Fehler meines Lebens zu begehen. Mein Herz rast. Mein Herz bricht.“

So ging das für bestimmt zwei Stunden. Was war geschehen? Ich habe versucht, den Mietvertrag für meine neue Wohnung zu unterschreiben. Den Schlussstrich unter die Beziehung mit meiner Exfreundin zu setzen. Auszuziehen. Mein Kind „im Stich“ zu lassen. Natürlich nicht wirklich. Aber gefühlt. Allein zu sein. Das zu tun, von dem ich Dir versprochen habe, ich würde es tun. Weil es richtig war. Auch wenn wir nicht mehr zusammen waren. Weil es, obwohl es schlimm ist, das einzig richtig sein konnte. Denn ich wollte mit Deiner Tochter und Dir zusammen sein. Und dafür musste ich diesen Weg gehen. Weil der Wunsch danach alleine gezeigt hat, dass das mit Ihr nicht richtig war.

Ich Liebe Dich. Absolut und von ganzem Herzen. Und das konnte doch nicht falsch sein?
Und ich Liebe bedingungslos. Nichts was Du dafür tun könntest oder müsstest. Its simple. Crazy. Stupid. Love.

Und ich wusste, ich würde meinen Sohn nicht im Stich lassen. Würde Ihm was auch immer kommt, der beste Vater sein, der ich sein konnte. Und ich würde meine Exfreundin nicht im Stich lassen.

Natürlich wünscht man es sich anders. Aber so war es eben.

Und in mir hatte ich immer noch dieses Gefühl das mir sagte, wir beide können eine Chance haben. Trotz allem. Und können zusammen sein, wenngleich die Wahrscheinlichkeit gegen uns spricht. Aber Wahrscheinlichkeiten kann ich sowieso nicht leiden. Sind sie doch nur prozentuale mathematische Bosheiten, die einem vermitteln es wird und kann nicht sein was nicht sein darf. Wenn ich in meinem Leben danach gegangen wäre, wäre vieles anders und das meiste schlechter.

Pfeif auf Wahrscheinlichkeiten. Finde heraus was Du willst, kämpfe für das was Du willst und dann stehe zu dem was Du willst! Mathematik ist kein guter Lehrmeister für Gefühle.

Aber die Angst in diesem Moment war unglaublich stark. Kein Platz mehr für anderes

„Es treibt mich zurück. Ich kann das nicht unterschreiben. Ich werde jetzt alles tun, was nötig ist, wieder mit meiner (Ex)-freundin zusammen sein zu können. Muss meinem Kind ein Vater sein. Muss zurückstellen, was ich fühle. Denn jetzt fühlt sich alles schlecht an. Es ist ein Fehler. Alles ist ein Fehler. Ich bin ein Fehler. Haben uns geirrt. Nichts kann es wert sein, dass dies nun geschieht. NEIN. Es ist falsch! Es ist nicht richtig! Ich muss zurück. Wir müssen zurück“

„Mein Herz rast. Mir ist schwindlig. ich fühle mich komisch. Ich spüre es. Ich bin so traurig“

Ich spüre jetzt wie es Dir gegangen sein muss. Erst jetzt. Wie es Dir gehen musste in Deinem Konflikt.
Verstehe warum Du den Kontakt abbrechen musstest. Nicht aus Mangel an Gefühlen. Sondern aus diesem Zustand heraus. All der Angst, der Zerissenheit. Was haben wir uns zugemutet. Und wie kommt man dagegen an…

Und dann geschah etwas. Ich wollte nicht aufgeben. Ich habe gesehen was passiert wenn man in dieser Situation der Angst erliegt.

„Ich werde stehen bleiben. Ich muss stehen bleiben. Denn stehe ich nicht, steht keiner mehr von uns beiden. Und dann ist verloren, was zwischen uns war und vielleicht noch ist. Dann verlieren sich zwei Lichter in der Dunkelheit, die doch nur gemeinsam leuchten. Verschwinden in der Kälte.“ Ja. Mag jetzt übertrieben gefühlsdusslig klingen. Aber genau so hab ich es aufgeschrieben. Punkt. Dazu stehe ich.

„Ist das egoistisch? Mein Puls peitscht. Mir ist schlecht. Ich zittere. Wie verzweifelt musst Du gewesen sein? Wie einsam hast Du dich gefühlt?“

„Ich werde durchhalten. Ich muss durchhalten. Für uns. Für diesen Funken Hoffnung, dass wir zusammensein können. Und damit meine ich nicht nur uns beide, ich meine uns drei. Denn habe ich Deiner Tochter doch schon lange genauso ins Herz geschlossen“

„Ein Schmerz wie ein Messer das durch mein Herz fährt. Die Angst peitscht. Meine Hände zittern. Wie viel schlimmer mag es für Dich gewesen sein? Ist es für Dich? Ich möchte nach Atlantis! Ich will diese Angst nicht aushalten. Ich bekomme keine Luft. Ich schäme mich. Bin ich so egoistisch? Ist es wirklich besser, sich unterzuordnen? Mir ist so schwindlig“. Mein Puls liegt bei 170.

„NEIN“ rufe ich laut, mitten in meinem Büro stehend. „Wenn ich diesen Schmerz jetzt ertrage, wirst Du mir glauben, dass ich für Euch beide genauso durch die Hölle gehen würde wie für meinen Sohn?“

„Nichts spielt mehr eine Rolle. Grauenvoll. Nichts kommt gegen dieses Gefühl an. Ich schwitze. Ich zittere. Hoffnungslos. Ich will weg. „Das ist es doch alles nicht wert“

„Nein! Ich spüre, dass Ihr mein Leben seid. Das klingt bestimmt verrückt, ist es aber nicht. Aber weil es so klingt sollte ich es bestimmt nicht sagen. Hab ich deswegen auch nie. Es ist das Gefühl von Heimat, das Du mir gibst. Es ist das Gefühl von Familie. Es ist wie Liebe. So komisch das klingt. Ich liebe euch. Soll ich euch gehen lassen, ist das besser für euch? Ich glaube nein. Denn ich habe Dich gesehen. Ich habe gesehen wie Du bist und sein kannst, wenn Du Du bist. Und es ist wundervoll. Mein Chamäleon. Ich will Dich wieder so sehen. Ich bin mir sicher, Du willst Dich wieder so spüren. Und ich Dich. Sind wir doch miteinander Sturkturen im Chaos. Wie schlimm ist es auf einer Skala von 1 bis wir?“.

„Ich verzweifle, dass ich Dich aus diesem Strom micht befreien kann. Ich weiss, wenn Du die Gefühle zu mir wieder zulässt, dann kann und wird das wieder passieren. Was hatte ich doch leicht reden als ich Dir sagte, dass das noch länger so sein wird. Aber ich für meinen Sohn und meine Exfreundin da sein muss. Dieser Hilferuf von Dir. Überhört in jenen Momenten, weil ich doch wusste das ich Dich Liebe. Immer da sein würde. Aber die Angst ist mächtig. Die Angst bestimmt so oft den Weg. Ich bereue dass ich nicht gespürt habe, wie es Dir ging in diesem Moment. Das Du so weit herausgekommen bist. wie Du konntest Und noch weiter. Das Dein Flüstern deine Art zu schreien war.“

„Die Angst nimmt mir die Sicht. Sie nimmt mir die Hoffnung. Aber ich bleibe stehen. Ich werde kämpfen. Für uns. Denn dieses Versprechen gaben ich uns. Füreinander da zu sein. Sich helfen zu lassen. Ich hoffe das ist auch ok, nachdem wir nun getrennt sind, auf Grund der Gründe, warum wir getrennt sind. Und weil Du mich gebeten hast, noch vor ein paar Wochen Dich ncht laufen zu lassen, wenn Du läufst. Dich aufzuhalten. Weil Du weisst das es passieren wird. Wenn es zu sehr weh tut. Zu große Angst macht. Noch am Tag vor der Trennung schriebst Du mir, dass Du durch die Hölle gehst aus Angst mich zu verlieren.

Wenn Du es nicht verbietest werde immer da sein. Hoffe Du hältst mich nicht für verrückt. Aber ich bleibe bei unserer Liste. Wir sind füreinander da.
Es ist an mir für Dich da zu sein.“

Ich weiss nur noch nicht, wie genau ich für Dich da sein kann. Vermutlich nur auf einem Weg. Indem ich da bin, wenn Du nach mir suchst. Wenn Du dich entscheidest, mich wieder in Dein Leben zu lassen. Nichts zu tun und zu warten muss das Schwerste sein, dass ich je getan habe. Aber ich möchte das durchhalten. Ich möchte stark genug dafür sein.

„Ich stehe. Ich bleibe stehen. Ich kämpfe. Aus Liebe. Dort Brücken bauen, wo heute Gräben sind.

Der Kampf besteht also daraus, mich davon abzuhalten, Dich zu vergessen und selbst wieder abzutauchen und abzukühlen Zufrieden zu sein mit Wolke 4. Nicht auf Wolke 7 zu warten.

Und gleichzeitig nichts wirklich unternehmen zu können.

Heute Abend habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Das Herz führt.

Ich stehe. Und ich möchte Dir aufhelfen. Sachte. Um Dich nicht zu zerbrechen. Dich nicht zu Grunde gehen zu lassen wenn Du Atlantis verlässt. Hoffentlich tust Du es wieder. Lass uns Deinen Schatz heben, von dem Du denkst er wäre zu viel, zu unerträglich. Zu verletzlich. Niemand könnte es leiden, alles von Dir zu ertragen, nicht mal Du selbst. Wie Vodka. Nur in kleinen Dosen genießbar. Un trotzdem schädlich. Nicht für mich. Für mich bist Du Pepsi 🙂

Ich möchte Dich dabei begleiten, wenn Du Deine Träume verwirklichst. Zumindest ein paar davon. Und ich möchte Dich stützen, wenn Du strauchelst.

Und hoffe Du vertraust mir einmal so, dass Du Dich mit geschlossenen Augen in meine Arme fallen lässt. Denn fallen lassen werde ich Dich nie.

Whatever it takes. In Liebe für mein Chamäleonmädchen, das ich alleine vor dem Spiegel stehen sah. Konnte nicht übersehen, wie Du dich fragtest was Du willst.
Wen siehst du da im Spiegel drin? Wenn Du niemand, niemand sein musst
Was siehst du wenn du deine Augen schließt?
Wenn alles möglich ist und du kurz vergisst was Du für die anderen bist? Sein musst?

Und ich sah, wie Du dich darin erkanntest – nur ein bisschen. Mit traurigen Augen nach Sekunden zur Seite schauend um Dich nicht genauer zu betrachten. Dich möglichst nicht ganz zu verstehen. Ich kenne Deine Augen. Du weisst warum. Denn wir haben dieselben.

Und nein. Das hier ist nicht Gotham City. Obwohl vielleicht im Moment.
Aber wenn ich nicht manchmal ein Fledermausmann sein kann, wer sonst? Und Fuck. Ich hasse warten.

Wie wird aus Trauer Poesie? Und was ist das Rezept für Sachertorte? Teil I: Die Zutaten

Wie wird aus Trauer Poesie? Vermutlich gar nicht. Schließlich wird aus einem Kilo Mehl auch nicht automatisch eine Sachertorte, nur weil man das gerne so hätte. Pfannkuchen. Die würden vermutlich gehen. Und das ist dann auch die Quintessenz dieses Textes, geschrieben parallel zum Halbfinale der Frauenfußball – WM (es geht gerade die Verlängerung los: Schweden vs. Niederlande, ich bin für Schweden).


Also die Quintessenz ist: Dieser Text verhält sich zu Poesie ungefähr so wie Pfannkuchen zu Sachertorte. Und ich rede jetzt hier nicht von Pfannkuchen, die selbstgemacht noch ein gewisses Talent in der Küche benötigen. Sondern mehr von diesen (leckeren, ja ich gestehe) Pfannkuchen – Fertigmischungen von Mondamin. Milch dazu. 2 Minuten schütteln. Kurz stehen lassen. In der Pfanne goldgelb backen. Fertig. Köstlich. Manchmal reicht eben auch leichte Kost, solange sie Ihren Zweck erfüllt.

Bei einer Sachertorte ist das etwas anders:

7 Eidotter, 150 g weiche Butter, 125 g Staubzucker, 200 g dunkle Schokolade, 1 Packung Vanillezucker, 7 Eiklar, 125 g Kristallzucker, eine Prise Salz 150g Mehl, Butter und Mehl für die Kuchenform und 150 – 200 g Marillenmarmelade (das ist Aprikosenmarmelade, AdR)
Rum nach Belieben -> Bei Trauer und Liebeskummer ist etwas mehr bestimmt immer etwas besser. Oder eben Quantität. Strohrum hat 80%…

Und für die Garnitur: Schlagsahne (oder auch: Schlagobers)

Ihr seht… wilde Sache das. Und ich kann definitiv nicht wirklich gut backen. Aber das schützt noch lange nicht vor Trauer. Leider.

Apropops Traurig. Schweden liegt jetzt 1:0 hinten zur Halbzeit der Verlängerung Auch nicht schön. Und ich habe keine Marillenmarmelade im Haus 😦

Aber ich schweife ab… Was ich eigentlich sagen möchte ist ja, wie aus Trauer Pfannkuchen werden.

Für Anfänger empfehle ich folgende Zutaten:

  • Verlieben Sie sich
  • Trennen Sie sich
  • Trauern Sie
  • Nehmen Sie die Backmischung und legen Sie los

Und was ist mit der Sachertorte?

Wenn man mit Worten umgehen kann und begabt ist, hat man eine ziemlich gute Chance mit der geeigneten Grundvoraussetzungen eine Sachertorte zu schaffen, daher:

Hier die Zutaten für ´ die herausfordernde Variante quasi für Feinschmecker. Damit klappt es eventuell auch mit der Sachertorte. Na ja, zumindest den Rum werden Sie dann definitiv haben wollen. Die Besonderheit bei diesem Rezept ist, dass Frauen und Männer am Ende zwar beide eine wunderbare Torte haben – die Zutaten und die Zubereitung sich aber in einigen wichtigen Details unterscheidet. Aber keine Sorge. die Trauer am Ende schmeckt dann wieder sehr ähnlich. Und zwar bitter.

Also dann mal zur Zutatenliste:

  • Begeben Sie sich in eine psychische und physische Ausnahmesituation. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik oder einer psychosomatischen Einrichtung?
  • Legen Sie sich eine oder mehrere Diagnosen zu, die Todesängste, den nahen und unvermeidlichen Tod, das berufliche Aus und im Idealfall auch noch das Ende einer jeden Zuversicht bedeuten. Angststörungen sind zu empfehlen. Falls diese gerade nicht zu haben sind, sind auch Zwangsstörungen, Depressionen und Traumata mögich.
  • Schlechte Kindheitserfahrungen sind eine Grundvoraussetzung. Diese hat aber in der Regel jeder im Haus. Fast sowas wie Salz.
  • Riskieren Sie was: Im besten Fall – um auch das Optimum aus dem Backspaß herauszuholen, ist es absolut unerlässlich, dass weitere persönliche Zutaten hinzugefügt werden. Folgendes kann zum Beispiel ausprobiert werden:
    • Für Männer: Werdender Vater. Sie lieben ihren ungeborenen Sohn. Und Sie sind sich sicher, sich nicht aus der Verantwortung nehmen werden, komme was wolle.
    • Für Frauen: Seien Sie Mutter eines kleinen süßen Mädchens, dass sie natürlich zu Recht über alles Lieben. Und für das Sie nur das Beste wollen. Und wenn das für Sie Selbstaufgabe bedeutet.
  • Das sind schon ein mal ein paar anständige Grundzutaten. Aber denken wir auch an die „Schmankerl“, die ein anständiger Sternekoch benötigt. Schließlich reden wir ja von einer Sachertorte! Aber die erklären wir dann mal während des Backens.

Von Sternschnuppen und Waschbären

Ich möchte mit Dir Sternschnuppen jagen. Nicht irgendwann. Zur Zeit der Perseiden. Im August. In den Bergen. Dort Möchte mit Dir vor unserem Zelt im Dunkel liegen, den Himmel im Blick.

Und während sich Deine Augen nach oben richten um den verräterischen, kurzen Scheif zu erhaschen, der eine Sternschnuppe nun mal eben ausmacht, möchte Deine Hand halten. Die mit dem Waschbärtattoo, (dem Waschbär, der mal ein Elch war).

Das wünscht sich mein Herz. (Das einmal ein Stein war)

Du sagtest einmal, Du hättest noch nie eine Sternschnuppe gesehen. Dann hoffe ich, dass Du eine erblickst, wenn Du Ihn den Himmel schaust, in meinen Armen liegend. Und vielleicht kann ich währenddessen – und sei es für Bruchteile einer Sekunde, einen Blick in Deine Augen erhaschen.

Und in meinen Himmel sehen.